Blog: "Bufdi-Seminartage an der Volkshochschule"

Hallo! Ich bin Dustin Ortmann und absolviere seit dem 1. September 2020 meinen Bundesfreiwilligendienst. Nachdem ich zunächst an der Volkshochschule Altenburger Land tätig war, arbeite ich seit dem 9. November 2020 am Veit-Ludwig-von-Seckendorff-Gymnasium Meuselwitz. Im Rahmen des Bundesfreiwilligendiensts nehmen die Freiwilligen etwa einmal im Monat an sogenannten „Bildungstagen“ in der jeweiligen Region der Einsatzstelle teil. Die Volkshochschule Altenburger Land bietet solche Seminartage für viele Dienstleistende im Landkreis an. Pro Jahr finden hier etwa 15 Veranstaltungen statt. In diesem Blog berichte ich in loser Folge über die Seminare, die ich während meiner Dienstzeit besuche.


Seminar "Ins beste Licht gerückt – Präsentieren wie ein Profi" (5. November 2020)


Am 5. November 2020 bot Kommunikationstrainer René Knizia für die Bundesfreiwilligendienstleistenden das Seminar "Ins beste Licht gerückt – Präsentieren wie ein Profi" an. Dabei ging es um Selbst- und Fremdwahrnehmung sowie den Einsatz von Körpersprache und ihrer jeweiligen Wirkung. Die wohl wichtigste Erkenntnis des Seminartages war, dass Präsentation nicht nur bei Vorträgen und Reden stattfindet. Nein: wir präsentieren uns ständig auf eine bestimmte Art und Weise, ob im privaten und beruflichen Kontext. Dies lässt sich, so Knizia, mit der Bewerbung von Produkten durch Unternehmen vergleichen.

Dabei geht es vor allem um unsere Wirkung auf andere Menschen. Auch wenn es vielleicht niemand gerne zugibt, so stecken wir doch unterbewusst Menschen, die wir neu kennenlernen, innerhalb kürzester Zeit aufgrund ihrer Selbstdarstellung in eine bestimmte "Schublade". Dabei gilt, wie es so treffend heißt: "Für den ersten Eindruck gibt es keine zweite Chance." An diesem ersten Eindruck lässt sich jedoch arbeiten, so dass wir unsere Wirkung auf andere verändern können.

Im Seminar lernten wir viel über die Aspekte des ersten Eindrucks und die Möglichkeiten, einen bestmöglichen Eindruck zu hinterlassen. Dabei ging es um offene und verschlossene Körperhaltungen, die Art zu laufen und zu sitzen und deren unterschiedliche Wirkungen in unterschiedlichen Situationen. Eine weitere wichtige Erkenntnis war, dass es für Körpersprache keine eindeutige "Übersetzung" in dem Sinne gibt, dass identische Gefühlszustände und Gedanken die gleiche Haltung bewirken würden. Vielmehr ist unsere Haltung eng an unser Denken gekoppelt – die innere Haltung und unsere Körpersprache beeinflussen sich gegenseitig.


Bildungstag "Erhalt der biologischen Vielfalt" (22. Oktober 2020)


Am 22. Oktober 2020 ging es für die Bundesfreiwilligen aus dem Altenburger Land zu einer Führung zum Thema "Erhalt der biologischen Vielfalt" in den Botanischen Erlebnisgarten in Altenburg. Frau Glaser begann mit einem kurzen historischen Abriss über die Entstehung des Gartens unter Leitung des Nähmaschinefabrikanten Karl K. Dietrich und Umsetzung durch Hans Dippel zwischen 1928 und 1930.

Links und rechts der Wege des ursprünglich entstandenen Privatgartens mit einer Fläche von etwa 8.000 m² zeigte uns Frau Glaser die unterschiedlichsten Pflanzen. Wir waren überrascht, was es alles so gibt. Was Laien als Unkraut ansehen, ist für einen erfahrenen Gärtner ein Segen. So erfuhren wir einiges über die zahlreichen Verwendungszwecke und Besonderheiten der Naturgewächse, die heute kaum noch einer kennt. Wir lernten teils unbekannte („Un-“)Kräuter, Heilpflanzen oder Färberpflanzen kennen, die früher in den Haushalten häufig verwendet wurden.

Das sonnige Wetter an diesem Herbsttag machte die Führung sehr angenehm. Den Bildungstag schlossen wir mit einem kleinen Mittagessen im hauseigenen Café ab. Es gab eine Kürbissuppe und einen naturbelassenen Obstsalat.

Fotos: Dustin Ortmann, CC BY-SA 3.0.


Seminar "Stress und Zeitmanagement" (6. Oktober 2020)


Das erste Seminar in diesem Jahr hatte "Stress und Zeitmanagement" zum Thema. Kommunikationstrainer René Knizia zeigte am 6. Oktober 2020 den Bundesfreiwilligendienstleistenden der Region auf, welche Ursachen es für Stress gibt und was wir dagegen tun können.

Als Ursachen für Stress ("Stressoren") führte Herr Knizia beispielsweise die schiere Anzahl an Handlungsmöglichkeiten auf, die wir in der modernen Gesellschaft haben. Das erschwert das Treffen von ("guten") Entscheidungen und verlängert den Entscheidungsprozess. Es erzeugt Unsicherheit darüber, ob eine andere Entscheidung vielleicht nicht besser gewesen wäre. Die digitale Technik "raubt uns den Nerv". Das Handy wird zum Ablenkungsmonster und Benachrichtigungstöne stören uns beim Versuch, fokussiert zu an etwas zu arbeiten. Die Frage nach den Erwartungen an uns selbst und die anderer an uns kann Stress verursachen.

Im Laufe des Seminars kamen wir zur Erkenntnis, dass Stress und Zeitmanagement egoistisch ist. Wir können keine Verantwortung auf andere abschieben, für den Stress, den wir uns selbst machen und die Zeit, die wir nicht richtig nutzen. Die Verantwortung liegt in uns. Die Grundlage des Selbstmanagements ist, "nein" sagen zu können.

Herr Knizia gab uns Hilfestellungen für unseren Tagesablauf an die Hand. Wir lernten, dass es grundsätzlich bei jedem Menschen täglich zwei Leistungsphasen von je zwei Stunden gibt und die Zeit zwischen 12:00 Uhr und 14:00 Uhr eher für Routineaufgaben genutzt werden sollte. Wir wurden auch über den Unterschied von "Eulen" und "Lerchen" in Kenntnis gesetzt – Menschen haben einen unterschiedlichen Rhythmus und können zu verschiedenen Zeiten besonders gut arbeiten. Wir lernten auch das "Lebensbalancemodell" mit den vier Bereichen Leistung, Körper, Sinn und Beziehungen von Lothar Seiwert kennen. Arbeiten wir an jedem Lebensbereich, ist unser Leben "ausbalanciert" und wir sind resistenter gegen Stress.